Engpass: Informatik auf Spezialistenniveau
In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der BA gelten „Berufe in der Informatik (ohne Spezialisierung)“ auf Spezialistenniveau weiterhin als Engpassberuf.
IT-Fachkräfte-Atlas · Stand Oktober 2026
Zuletzt aktualisiert: · Michael Kulinski, Geschäftsführer recruitIT Consulting
Der IT-Fachkräftemangel hat sich verschoben: Die Zahl offener IT Stellen hat sich seit 2023 fast halbiert – trotzdem melden 97 % der Unternehmen mit offenen IT Stellen Besetzungsprobleme. Wir haben die aktuellen Daten von Bitkom und Bundesagentur für Arbeit zusammengeführt und eingeordnet: Wo der Mangel bleibt, wo er nachlässt und was das für den Mittelstand bedeutet.
Alle Werte stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Die Quellen stehen unter jeder Zahl und vollständig im Abschnitt Methodik und Quellen.
Nach dem Höchststand 2023 ist die Zahl offener IT Stellen deutlich gesunken. Sie liegt 2026 aber immer noch fast viermal so hoch wie 2009.
Quelle: Bitkom, Studienbericht Arbeitsmarkt IT-Fachkräfte 2026 (Unternehmen ab 3 Beschäftigten). Für 2024 liegt kein Wert vor.
| Jahr | Offene IT Stellen |
|---|---|
| 2009 | 20.000 |
| 2010 | 28.000 |
| 2011 | 38.000 |
| 2012 | 43.000 |
| 2013 | 39.000 |
| 2014 | 41.000 |
| 2015 | 43.000 |
| 2016 | 51.000 |
| 2017 | 55.000 |
| 2018 | 82.000 |
| 2019 | 124.000 |
| 2020 | 86.000 |
| 2021 | 96.000 |
| 2022 | 137.000 |
| 2023 | 149.000 |
| 2024 | keine Erhebung |
| 2025 | 109.000 |
| 2026 | 79.000 |
Auf den ersten Blick passt das nicht zusammen: Bei der Bundesagentur für Arbeit waren 2025 im Schnitt nur noch rund 13.000 IT Stellen gemeldet (−22 %), gleichzeitig stieg die Zahl arbeitsloser IT-Fachkräfte auf rund 54.000 (+27 %). Dennoch berichten fast alle Unternehmen mit offenen IT Stellen von Problemen bei der Besetzung.
Die Daten zeigen, wo der Widerspruch aufgelöst wird: Angebot und Nachfrage passen nach Qualifikationsniveau nicht zusammen. Rund die Hälfte (51 %) der neu gemeldeten IT Stellen richtet sich an Experten, also meist akademisch qualifizierte Fachleute mit viel Erfahrung. Unter den arbeitslosen IT-Fachkräften sucht aber nur ein Drittel eine Expertentätigkeit.
| Anforderungsniveau | Anteil neu gemeldeter IT Stellen 2025 | Anteil der arbeitslosen IT-Fachkräfte 2025 |
|---|---|---|
| Experte | 51 % | 33 % |
| Spezialist | rund ein Drittel | 43 % |
| Fachkraft | knapp ein Sechstel | 24 % |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Der Arbeitsmarkt für IKT-Berufe (Juni 2026). Die BA nennt die Stellenanteile für Spezialisten und Fachkräfte nur gerundet.
Hinzu kommt das Gehalt: 59 % der Unternehmen mit offenen IT Stellen sagen, die Gehaltsvorstellungen passten nicht zur Qualifikation; 48 % sagen, sie passten nicht in die eigene Gehaltsstruktur (Bitkom 2026). Das mittlere Bruttomonatsentgelt vollzeitbeschäftigter IT-Fachkräfte liegt laut BA bei 6.114 Euro (West 6.190 Euro, Ost 5.691 Euro).
In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der BA gelten „Berufe in der Informatik (ohne Spezialisierung)“ auf Spezialistenniveau weiterhin als Engpassberuf.
Softwareentwicklung auf Expertenniveau war 2024 noch Engpassberuf, 2025 nicht mehr. Die BA beobachtet diese Berufe weiter.
Unter den Arbeitslosen unter 35 Jahren finden 70 % innerhalb von sechs Monaten eine neue Stelle (2024). Für Jüngere und Generalisten ist der Markt spürbar offener geworden.
Die Nachfrage verschiebt sich zu erfahrenen Experten: Ihr Anteil an den IT-Beschäftigten stieg von 32 % (2015) auf 42 % (2025).
Quellen: BA Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Mai 2026); BA, Der Arbeitsmarkt für IKT-Berufe im Kontext der Transformation.
Die IT-Beschäftigung konzentriert sich stark. Laut Bundesagentur für Arbeit arbeitet fast ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten IT-Fachkräfte in nur sechs Städten: München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Köln. In keinem Agenturbezirk ist die IT-Beschäftigung seit 2014 gesunken.
München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Köln – zusammen fast ein Drittel der IT-Beschäftigten.
Einen relativ hohen IT-Anteil an der Beschäftigung haben laut BA die Agenturbezirke Heidelberg, Bad Homburg, Wiesbaden, Nürnberg, Fürth, Karlsruhe-Rastatt und Düsseldorf.
Mehr als verdoppelt hat sich die IT-Beschäftigung seit 2015 unter anderem in Berlin, Neumünster, Coesfeld, Aalen, Oberhausen, Lübeck, Leipzig und Vechta.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Der Arbeitsmarkt für IKT-Berufe im Kontext der Transformation (Juni 2026). Die BA veröffentlicht keine regionalen Werte zu Arbeitslosen und offenen IT Stellen in diesem Bericht; wir ergänzen regionale Kennzahlen, sobald belastbare Daten vorliegen.
Die Einordnung von recruitIT Consulting aus der täglichen Arbeit mit IT-Suchaufträgen:

Michael Kulinski ist Geschäftsführer von recruitIT Consulting, seit 2010 im IT-Recruiting tätig und hat mit seinem Team über 675 Kandidaten vermittelt. Aus seiner Praxis: Der IT-Fachkräftemangel trifft heute vor allem Positionen, für die Erfahrung, Spezialwissen und Verantwortung gefragt sind – genau dort, wo Stellenanzeigen kaum noch Bewerbungen bringen.
Sie möchten wissen, wie sich die Lage auf Ihre offene Stelle auswirkt? Im kostenlosen IT-Vakanz-Check erhalten Sie eine ehrliche Einschätzung.
Der Atlas fasst öffentlich verfügbare Daten zusammen; recruitIT Consulting hat keine eigenen Erhebungen durchgeführt. Die Bitkom-Zahlen beruhen auf telefonischen Befragungen von Unternehmen ab drei Beschäftigten (Kalenderwochen 18 bis 25 2026, n = 853 und n = 602, Fehlertoleranz ±4 Prozentpunkte). Die BA-Zahlen beruhen auf der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktstatistik; „IKT-Berufe“ umfasst Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologieberufe.
Wir aktualisieren den Atlas, sobald neue Daten veröffentlicht werden. Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2026.
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